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Der kleine Cyborg

Der kleine Cybold

Teil 2: Erzählt von Kindern aus Völs am Schlern

In der Bibliothek in Völs am Schlern hat der zweite von den sieben Südtiroler Sommer-Lese-Podcast-Workshops stattgefunden. Bevor es mit der Geschichte vom kleinen Cybold weitergeht, stellen sich die Kids, die bei dem Workshop in Völs mitgemacht haben, erstmal vor:

 

 
Und so geht die Geschichte weiter:  
2. Kapitel: Der kleine Cyborg
Hier kannst du dir den zweiten Teil der Geschichte
als Podcast anhören
Kenny war begeistert. Gut, am liebsten hätte sie ja ein richtiges Kind gehabt. Aber so ein kleiner Cyborg war besser als gar nichts. Sie holte den kleinen Mann aus der Schachtel und sah ihn sich von allen Seiten an. Der Winzling sah aus wie ein echter Junge. Er war ziemlich klein. Ein bisschen größer als ein Daumen. Aber sonst sah er total echt aus.

Am nächsten Morgen schnappte sich Reggy Polanze den kleinen Cyborg und las sich die Gebrauchsanweisung durch. Dann aktivierte er zuerst einmal die Kardium-Solar-Batterie im Rücken des Cyborgs. Als nächstes stellte er eine drahtlose Verbindung zu seinem Pad-Computer her. Mit einem Finger-Tip startete er das Installationsprogramm, um den kleinen Cyborg zum Leben zu erwecken.
Schon nach fünf Minuten war das Installationsprogramm beendet. Der kleine Cyborg fing an, sich zu bewegen. Er richtete sich auf und sagte:
"Ollah Apap, eiw tehg se rid?!"
und legte sich sofort wieder hin.
Dann richtete er sich wieder auf und sagte wieder:
"Ollah Apap, eiw tehg se rid?"
und legte sich wieder hin.
Reggy kratzte sich am Kopf.
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Was ist ein Cyborg?

In dem Moment kam auch Kenny dazu.
"Oh super, es funktioniert! Toll, mein Schatz, das hast du ja schnell hingekriegt!"
"Jaaa, allerdings..."
Inzwischen hatte sich der kleine Cyborg wieder aufgerichtet und sagte erneut:
"Ollah Apap, eiw tehg se rid?"
"Was hat er gesagt?" fragte Kenny verwundert, "Sag bloß, der kann noch nicht mal richtig sprechen!"
"Doch, doch", meinte Reggy, "der kann sprechen, das-"
"Bestimmt hast du wieder was falsch gemacht, lass mich mal!" Unterbrach ihn Kenny.
Kenny schaute sich das Installationsprotokoll auf dem Bildschirm des Pad-Computers an und verglich es mit den Anweisungen in der Gebrauchsanweisung. Schnell hatte sie den Fehler gefunden.
"Mammamia! Hier! Da hast du vergessen den genetischen Code einzugeben. Kein Wunder, dass er nicht richtig funktioniert."
Kenny bügelte den Fehler aus und ließ das Installationsprogramm noch mal durchlaufen.
Nur eine Sekunde später sprang der kleine Cyborg Kenny in ihre Hand und rief:
"Mama, ich hab dich lieb! Mama, ich hab dich lieb"

Von nun an waren Kenny und der kleine Cyborg unzertrennlich. Und weil der kleine Cyborg so flink und so frech wie ein kleiner Kobold war, nannte ihn Kenny Cybold.
Reggy konnte mit dem kleinen Kerl nichts anfangen. Aber das war nicht so wichtig. Hauptsache, Kenny war zufrieden.
Was aber beide wunderte, war, dass der Cyborg nicht größer wurde. Tage und Wochen vergingen und der kleine Cybold war immer noch so groß wie am Anfang. Sie legten ihn in eine Wachsbox. Ohne Erfolg. Sie studierten mehrmals die Gebrauchsanweisung, ob sie was falsch gemacht hatten. Ohne Erfolg. Der kleine Cybold blieb so wie er war. So groß wie ein Daumen.

Und er sah nicht nur wie ein Kobold aus, er benahm sich auch wie ein echter Kobold. Er machte von morgens bis abends lauter Sachen, die vor allem Reggy auf die Palme brachten.
Er versteckte sich in der Zuckerdose und wenn Reggy Zucker in seinen Tannenzapfenkaffee rühren wollte und den Löffel in die Zuckerdose steckte, sprang der kleine Cyborg aus dem Zucker und machte: "Buuuh!"
Einmal packte er in der Nacht, als Reggy schlief, dessen Hose in die Schrumpfbox. Als dann Reggy am nächsten Morgen seine Hose anziehen wollte, war sie zwei Nummern zu klein...

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Was ist ein Brotschneideautomat?

Und jedesmal, wenn Reggy ihn sich schnappen wollte, um zumindest ein ernstes Wörtchen mit ihm zu reden, saß er entweder bei Kenny, seiner Mutter auf der Schulter und hielt sich am Ohrläppchen fest oder er hatte sich irgendwo versteckt.
Einmal kam Reggy in die Küche und wollte sich ein leckeres Fichtenmehlbrot mit frischem Mammutgelee schmieren.
Er nimmt das Brot und will es in den lasergesteuerten Brotschneideautomat stecken, um sich eine Scheibe abzuschneiden. Da sieht er, dass in dem Brot lauter Löcher sind.
"Das ist ja... Keeeeeeeeennnnnnyyyyy!"

Übrigens, im Jahr 3120 waren nicht nur lasergesteuerte Brot-schneideautomaten weit verbreitet, sondern es gab auch vollautomatische Brotschmier-Maschinen!
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Was ist eine Brotschmiermaschine?
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Was ist ein Brotschneideroboter?

Diese drei Burschen behaupten allen Ernstes, die lasergesteuerten Brotschneide-Automaten wären in Wirklichkeit Brotschneide-Roboter gewesen!

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Was ist ein Hausaufgabenroboter?

Matilde, die in Mailand auf die deutsche Schule geht, hat herausgefunden, dass es im Jahr 3210 auch Hausaufgaben-Roboter gibt. Wie die funktionieren, erklärt sie einmal auf deutsch, einmal auf italienisch.

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Was ist ein Hausaufgabenroboter?

Zurück zur Geschichte:

Kenny kommt angedackelt.
"Was ist denn? Warum schreist du denn so?"
Reggy ist stinksauer. Er hält Kenny das Brot hin.
"Hier, guck dir das mal an! Das schöne Brot!"
Kenny sieht die Löcher und weiß natürlich sofort, wie die Löcher in das Brot gekommen sind. Sie guckt Reggy mit einer Unschuldsmiene an und säuselt:
"Nein sowas, das müssen Mäuse gewesen sein!"

Reggy kneift die Augen halb zusammen und zischt durch die Zähne:
"Kenny! Willst du mich verschaukeln? Es gibt keine Mäuse mehr! Du weißt genau, dass die ausgestorben sind!"
Kenny winkt ab.
"Na dann eben Mausmutanten."
"Quatsch mit Soße. Mausmutanten! Wir haben keine Mausmutanten. Das war dein Mäuslein, der Herr Cybold."

Kenny klimpert mit den Wimpern.
"Ach Reggy, der hat eben Appetit auf ein Stückchen Brot gehabt und da hat er sich eben einen kleinen Bissen genommen!"
Reggy fällt nicht darauf rein.
"Ja sicher. Erstens, von wegen kleiner Bissen. Dein kleiner Liebling hat das ganze Brot durchlöchert und zweitens: er ist ein Cyborg. Und Cyborgs essen nichts!"
Reggy ist stinksauer. Außerdem hat er Hunger.

Aber als Kenny ihm verspricht, dass sie ihm sofort einen leckeren Wackelpudding aus frisch pürierten Eichenblättern kocht mit einer Soße aus aromatisierten künstlichen Marzipannüssen, ist er halbwegs versöhnt und verspricht seiner Frau, dem kleinen Cyborg noch einmal zu verzeihen.

Wenn du wissen willst, wie die Geschichte weitergeht, klick auf den blauen Link!